Streifzug durch die Geschichte
1909-1949
Streifzug durch die Geschichte … 1909-1949
1909 wurde Gottlieb Gugeler als 26-Jähriger zum Hausvater gewählt. Damals war noch nicht zu erahnen, wie er in all den Jahren das Heim prägte.
In den Folgejahren warteten viele Aufgaben, vor allem Renovierungsarbeiten, auf den jungen Heimleiter:
1910: Anschluss an die Wasserleitung
1914: Anschluss an den elektrischen Strom bevor.
1911 wurde – als bedeutsamster Fund in Süddeutschland – eine „villa rustica“, ein römischer Gutshof, ausgegraben. Die schönen Ausgrabungsstücke gingen an das Württembergische Landesmuseum.
1922/1923 richtete Gugeler eine Abteilung für Säuglinge und Kleinkinder ein.
Gugeler kam auf die Idee ein Freibad zu errichten. 1931 war bereits das erste Becken fertig, 1933 die gesamte Anlage. Das Stammheimer Höhenfreibad wurde zur großen Attraktion für die komplette Umgebung.
1936 bekam das Heim den ersten Traktor im Dorf.
Noch in den Anfängen der 1930er Jahre setzte Gugeler in Hitler große Hoffnungen, aber bald erkannte er seinen Irrtum. Er konnte zwar nicht verhindern, dass Kinder und Jugendliche des Heims sterilisiert wurden, bewahrte jedoch geistig Behinderte vor dem Tod in Grafeneck.
Im August 1939 glich die ganze Anstalt einem Heerlager.
Am 19./20. April stand das Dorf durch Flugzeugbomben in Flammen. Der Hausvater organisierte mit den Kindern einen Löschtrupp. Das Heim selbst hatte Glück und blieb stehen. Es wurde zur Notunterkunft für viele Stammheimer Bürger, die in dieser Nacht obdachlos geworden sind.
1949 ging Gugeler in den Ruhestand. Er hat das Heim wie kein anderer geprägt. Noch heute ist der Weg zum Friedhof gegenüber der Kinderdorfstraße nach ihm benannt. Ohne seine Frau Julie jedoch wäre die Lebensleistung nicht denkbar gewesen.
